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Avatar von Erithacus

„Der Mensch erkennt sich nur im Menschen, nur das Leben belehrt den, der am Leben teilnimmt. Ein jeder spiegelt sich in dem Andern, und je klarer der Spiegel ist, desto deutlicher erkennt man sich.“

So hielt es Goethe. Für mich gehört zur Entfaltung der Reife wesentlich die Individuation des Menschen, so wie bei Jung formuliert. Den ersten Schritt gehen wir durch Reflexion, auch ein Spiegel, schwierig ist manchmal die Annahme dessen was man vorfindet.

Annahme bedeutet Verantwortung.

Avatar von Samu

Reife ist für mich kein fixer Zustand, sondern ein Prozess, der meistens dann beginnt, wenn Ausweichen nicht mehr funktioniert. Ich musste mich in den letzten Monaten damit auseinandersetzen, freiwillig wäre ich da nie hingegangen.

Emotionale Reife heißt für mich heute, die eigenen Gefühle klarer wahrnehmen und benennen zu können, ohne sich dabei selbst zu verlieren. Nicht alles sofort weganalysieren oder direkt loswerden wollen, sondern auch mal in Unsicherheit stehen bleiben. Verantwortung für die eigenen Themen übernehmen, ohne anderen die Schuld zuzuschieben, und zu wissen: Fehler gehören dazu.

Die Sache mit der emotionalen Körnung finde ich zentral. Jahrelang habe ich vieles nur als Leere oder Schmerz gefühlt, ohne zu differenzieren. Erst als ich mich dem wirklich gestellt habe, kamen auch die Zwischentöne, und das hat echt was verändert.

Reife ist für mich inzwischen die Fähigkeit, auch mit Widersprüchen und Unklarheiten zu leben, ohne sich daran zu verlieren oder abzuschließen. Nicht alles im Leben muss rund sein oder ein Ende finden.

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